Klinische Studie
Klinische Studie


Klinische Studie


Im Jahr 2016 wurde an der Tremipen® in einer klinischen Studie an der Medizinischen Universität in Graz getestet. Die Studienergebnisse haben bestätigt, dass es möglich ist Tremor und seine Merkmale Frequenz, Amplitude und Energie mit dem Tremipen® zu quantifizieren.

 

P. Schwingenschuh¹, M. Kögl-Wallner¹, T. Zajki-Zechmeister², N. Homayoon¹, K. Kalsberger¹, L. Zajki-Zechmeister², R. Schmidt¹

¹ Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz
² Tremitas GmbH

 

Zusammenfassung der Studie:

Im Jahr 2016 wurde eine klinische Studie an der Medizinischen Univerität Graz in Österreich durchgeführt. 30 PatientInnen, 14 mit diagnostizierter Parkinson-Krankheit und 16 mit diagnostiziertem Essentiellen Tremor, wurden rekrutiert, um die Tremitas Technologie zu testen:

 

Fragestellung:

Tremor ist die häufigste Bewegungsstörung beim Menschen und sowohl im klinischen Alltag als auch für wissenschaftliche Fragestellungen ist eine Quantifizierung des Tremor-Schweregrades oft wünschenswert. Ziel dieser Studie war es den Nutzen eines Tremor-Stiftes (Tremitas-System) zur (1) Quantifizierung der Tremorstärke, (2) zur Unterscheidung von Tremor bei Morbus Parkinson (MP) und Essentiellem Tremor (ET), sowie (3) dessen Einsatz zur Überprüfung eines Therapie-Effekts zu testen.

 

Methodik:

Hierfür wurden 14 PatientInnen mit MP und 16 PatientInnen mit ET nach zumindest 12-stündiger Pausierung der Tremor-relevanten Medikation (Baseline) klinisch (TETRAS-Skala bzw. MDS-UPDRS) sowie mittels Tremor-Stift untersucht. Eine zweite Untersuchung erfolgte eine Stunde nach Medikamenten-Einnahme (ON) (1–fache Morgendosis der individuellen Anti-Tremor-Medikation bei ET bzw. des 1.5-fachen der L-Dopa-Äquivalenz-Morgendosis bei MP in Form von löslichem Levodopa/Benserazid). Zielgröße war bei ET die Tremoramplitude des Haltetremors (rechts und links kombiniert) und bei MP die Amplitude des Ruhetremors der stärker betroffenen Seite. „Total Power“ bzw. „Power of Main Peak” dienten als Surrogatmarker für die Tremoramplitude. Zum Vergleich mit klinischen Skalen erfolgte eine Logarithmierung der Rohwerte. Die Datenanalyse erfolgte automatisiert mittels Tremitas-Software.

 

Ergebnisse:

(ad 1) Unsere Studie zeigt die Quantifizierbarkeit der Tremorstärke bei ET und MP. In der ET-Gruppe fanden wir eine gute Korrelation zwischen Tremorstärke erhoben mittels Tremor-Stift und dem entsprechenden Unterpunkt der TETRAS-Skala (Performance, 4a) (r=0.74). Auch in der MP-Gruppe zeigte sich eine gute Korrelation zwischen Tremorstärke erhoben mittels Tremor-Stift und den entsprechenden Subpunkten des MDS-UPDRS III (3.17 und 3.18) (r= 0.70). (ad 2) Mittels Amplitude und Frequenz konnten Tremor bei MP und ET nicht unterschieden werden. (ad 3) Beim Vergleich Baseline zu ON zeigte sich bei MP eine signifikante Verbesserung bezüglich Tremoramplitude (p=0.027), nicht jedoch bei ET.

 

Schlussfolgerung:

Mittels Tremor-Stift (Tremitas-System) ist eine Quantifizierung des Tremors bei PatientInnen mit ET und MP möglich. Änderungen der Tremorstärke als Therapieeffekt konnten beim Morbus Parkinson gut erfasst werden.

 

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