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Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit, in der Fachsprache idiopathisches Parkinsonsyndrom, ist eine der häufigsten Bewegungsstörungen und tritt meist bei Menschen im höheren Lebensalter auf. Es handelt sich hierbei um eine komplexe Erkrankung, die unter anderem durch den fortschreitenden Abbau von Nervenzellen in der Schwarzen Substanz (Substantia nigra), einer Region des Gehirns, gekennzeichnet ist. Durch diesen Abbau kommt es allmählich zu einem Dopamin-Mangel und dadurch zu den Symptomen der Parkinson-Krankheit. Bis heute sind die Ursachen von Parkinson nicht geklärt. In Österreich sind rund 20.000 Menschen an Morbus Parkinson erkrankt1. In Deutschland leiden zwischen 250.000 und 280.000 Menschen an dieser Erkrankung2. Männer sind häufiger von der Parkinson-Krankheit betroffen als Frauen.


Symptome der Parkinson-Krankheit

Anfängliche Symptome sind meist nicht-motorische Symptome wie verminderte Darmtätigkeit, Probleme beim Schlafen, Riechstörungen und/oder Depressionen. Zu den frühmotorischen Symptomen zählt man z.B. ein undeutlicher werdendes Schriftbild, Krämpfe in den Waden, Zittern (meist in den oberen Extremitäten) sowie Rücken- und Schulterschmerzen.

Im nebenstehenden Bild finden Sie eine Abbildung der typischen Körperhaltung bei Parkinson-PatientInnen. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf wird die Haltung von Betroffenen immer gebückter, Körper und Kopf lehnen sich nach vorne. Ebenfalls sind Arme und Knie gebeugt.

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Die vier Hauptsymptome:

 

1. Bewegungsverlangsamung (Bradykinese, Akinese):

Anfangs wird die Bewegungsverlangsamung als leichte Schwäche gesehen, mit zunehmendem Krankheitsverlauf werden Bewegungen aber immer langsamer und führen zu immer mehr Einschränkungen. Nicht nur der Körper, auch die Gesichtsmuskulatur ist von der Bewegungshemmung betroffen, was oft zu einem „maskenhaft“ wirkendem Gesichtsausdruck führen kann.

 

2. Muskelsteifigkeit (Rigor):

Die steifen Muskeln führen zu einer Bewegungseinschränkung und verursachen nicht selten Schmerzen, die häufig wie besonders starke Verspannungen wahrgenommen werden.

 

3. Zittern in Ruheposition (Tremor):

Ein häufiges Symptom ist auch der sogenannte Ruhetremor. Der Ruhetremor ist gekennzeichnet durch meist zitternde Hände (betroffen sind oft die oberen Extremitäten, auch der Kopf und seltener die Beine). Häufig ist eine Seite des Körpers stärker betroffen als die andere. Kennzeichnend für einen Ruhetremor ist die Tatsache, dass er verschwindet, sobald eine gezielte Bewegung ausgeführt wird.

 

4. Posturale Instabilität (Probleme mit der Körperhaltung, Stand- und Gehsicherheit):

Bei der posturalen Instabilität wird oft eine vornüber gebeugte Haltung von Betroffenen eingenommen, ebenfalls werden beim Gehen nur mehr kleine Schritte getan. Durch diese Haltungsunsicherheit kann es in fortgeschrittenen Krankheitsstadien vermehrt zu Stürzen kommen.


Behandlung von Parkinson

Parkinson ist nicht heilbar. Durch medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapien können jedoch die Symptome bis zu einem gewissen Grad eingedämmt werden. Zur Behandlung von Morbus Parkinson steht inzwischen eine Reihe von gut wirksamen Medikamenten zur Verfügung, deren primäres Ziel der pharmakologische Ersatz des Dopaminmangels ist. Auswahl und Dosis der Medikation hängt vor allem vom Alter der Betroffenen zu Erkrankungsbeginn, Begleiterkrankungen und auch den Hauptsymptomen ab.

In den ersten Jahren der Erkrankung verhilft die medikamentöse Behandlung vielfach zu einer sehr guten Linderung der Symptome. Ihre Wirkung hält lange an. Auch beim tageweise Absetzen der Dosis kommt es kaum zu einer Verschlechterung. Diese erste Zeit der Erkrankung nennt man „Honeymoon-Phase“. Im späteren Krankheitsverlauf ist das Ansprechen auf Medikamente meist etwas schlechter, die Wirkung hält nicht mehr so lange an wie in der Frühphase. Das am häufigsten eingesetzte Medikament bei der Parkinson-Krankheit ist Levodopa (L-Dopa). L-Dopa ist eine Vorstufe des Botenstoffes Dopamin und wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Weitere eingesetzte Medikamente sind Dopaminagonisten, die die Wirkung von Dopamin nachahmen. Welche Medikation für Betroffene die passende ist, ist immer individuell mit dem behandelnden Arzt abzustimmen.

 

 

1 Quelle: Website der Parkinson Selbsthilfe www.parkinson-sh.at, abgerufen am 4.6.2018

2 Quelle: Website der Parkinson Selbsthilfe Deutschland http://www.parkinson-gesellschaft.de/aktuelles/36-von-der-forschung-in-die-klinik-die-deutsche-parkinson-gesellschaft-mit-neuer-praesenz-im-web.html, abgerufen am 4.6.2018



 

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