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Was ist Tremor?

Tremor ist der medizinische Fachbegriff für nicht kontrollierbares Zittern und die häufigste Bewegungsstörung weltweit. Der Name „Tremor‟ kommt vom lateinischen Wort „tremere‟, was „zittern‟ bedeutet. Ein Tremor entsteht, wenn sich einander entgegenwirkende Muskelgruppen unwillkürlich zusammenziehen.
Jeder Mensch hat einen sogenannten physiologischen Tremor. Beim physiologischen Tremor handelt es sich um ein mit dem freien Auge nicht oder kaum wahrnehmbares Zittern.

Dieses Zittern kann sich auch kurzzeitig verstärken und sichtbar werden (z.B. durch Nervosität, Kälte, Angst, zu viel Koffein…) Der physiologische Tremor gilt aber als normal, also nicht pathologisch. Er zeichnet sich in der Regel durch eine hohe Frequenz und eine niedrige Amplitude aus; das bedeutet schnelles Zittern mit geringer Stärke.

Die bekannteste Form des Tremors ist sicherlich der Handtremor, doch nicht nur die Hände können betroffen sein: auch anderen Körperstellen, wie etwa Beine, Arme, Kopf, Zunge oder auch das Gaumensegel können zittern.


Erscheinungsformen

Das Zittern kann viele Formen annehmen und in unterschiedlichsten Situationen auftreten. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Erscheinungsformen bei Tremor: den Ruhetremor und den Aktionstremor.


Ruhetremor

Für den Ruhetremor ist typisch, dass das Zittern beginnt, sobald die betroffenen Körperteile in Ruheposition sind, also z.B. die Hände im Schoß liegen. Sobald eine Bewegung ausgeführt wird, verschwindet das Zittern. Doch nicht nur der bekannte Handtremor kann als Ruhetremor auftreten, es gibt mehrere Unterformen, wie etwa den Kopftremor, den Gaumensegeltremor oder auch den Pillendrehertremor, der durch rhythmisches Auf- und Zuschließen der betroffenen Hände gekennzeichnet ist.

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Aktionstremor

Wie der Name bereits andeutet, tritt der Aktionstremor auf, wenn eine Aktion ausgeführt wird, also wenn eine willkürliche Bewegung stattfindet. Auch beim Aktionstremor gibt es mehrere Unterarten, wie etwa den Haltetremor oder den Intentionstremor. Der Haltetremor ist gekennzeichnet durch Zittern, das beginnt, wenn die betroffene Hand etwas hält, z.B. ein Glas. Beim Intentionstremor beginnt die betroffene Hand zu zittern, sobald eine Bewegung ausgeführt wird, z.B. beim Greifen nach einem Glas.

Erfahren Sie mehr über unterschiedlichste Tremor-Arten


Tremor als Krankheitsbild

Verstärkter Tremor ist ein Symptom bei verschiedenen Erkrankungen. Eine sehr bekannte Krankheit, bei der das Symptom oft auftritt, und die auch sehr viele Menschen sofort mit Zittern in Verbindung bringen, ist die Parkinson-Krankheit. Eine andere, weniger bekannte aber viel häufigere Krankheit ist essentieller Tremor, bei der der Tremor isoliert auftritt.

Pathologische Tremor-Arten sind häufig nicht mehr mit dem normalen physiologischen Tremor vergleichbar – ein pathologischer Tremor ist stärker, meist mit freiem Auge zu sehen und dauerhaft vorhanden. Ein solch ausgeprägter Tremor führt bei Betroffenen oftmals zu motorischen Einschränkungen im Alltag, denn mit zitternden Händen lassen sich viele alltägliche Dinge (Trinken, Essen, Schreiben, einen PC bedienen etc.) nicht mehr so einfach bewältigen.

Auch eventuelle Stigmatisierung durch Mitmenschen kann für Tremor-Betroffene eine Belastung sein. Nicht selten passiert es, dass sich Tremor-Betroffene daher mehr und mehr zurückziehen und Situationen meiden, in denen andere merken könnten, dass sie zittern (z.B. Essen gehen).


Diagnose des Tremors

Wenn man ein permanentes Zittern an sich selbst beobachtet oder feststellt, dass ein Tremor ohne genau erkennbare Ursache (z.B. Kälte o.ä.) auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt kann feststellen, ob sich ein Tremor noch im normalen, physiologischen Bereich befindet oder ob das Zittern pathologisch ist.


Erste Schritte

Der erste Schritt zur Abklärung ist die Erhebung der Symptome und ein Blick auf die Krankheitsgeschichte des jeweiligen Patienten oder der Patientin. Ärzte stellen meist Fragen zur Häufigkeit des Zitterns, den betroffenen Körperteilen, den Situationen, in denen der Tremor auftritt (in Ruheposition, bei Bewegung), den eventuellen Auslösern und was das Zittern mindert oder verstärkt (z.B. Alkohol, Schlafmangel, Koffein, Stress).

Auch bei bestimmten Medikamenten kann ein Tremor als Nebenwirkung auftreten, wie z.B. durch Beta-Agonisten, die bei Asthma eingesetzt werden. Ebenfalls ist es für Mediziner wichtig zu wissen, ob andere Familienmitglieder ebenfalls an einem Tremor leiden.


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Tremorwerte

Ist die Krankengeschichte geklärt, so wird nach möglichen Ursachen für das Zittern gesucht. Die Ursache eines Tremors kann sehr vielfältig sein und daher gibt es Parameter, die für die Einschätzung wichtig sind, wie etwa die Tremorfrequenz (Schnelligkeit des Zitterns) und die Tremoramplitude (Stärke des Zitterns).

Die Tremorfrequenz kann einen Hinweis auf die Art der Erkrankung geben. In der Medizin unterscheidet man nieder-, mittel- und hochfrequente Tremores. Die Schnelligkeit des Tremors kann je nach Grunderkrankung unterschiedlich ausgeprägt sein.

Die Tremoramplitude gibt an, wie stark sich das Zittern manifestiert hat. Auch hier unterscheidet man zwischen grob-, mittel- und feinschlägigem Tremor. Die Amplitude kann einen Hinweis darauf geben, ob und wie sich Medikamente oder Therapien auf einen Tremor auswirken. Geht die Stärke des Zitterns zurück, so wirkt die Therapie; verändert sich die Stärke nicht oder wird das Zittern unter Umständen noch stärker, muss ein anderer Behandlungsweg oder eine neue Medikation gefunden werden.

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