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James Parkinson und die „Schüttellähmung“

Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag – und auch der Geburtstag des Mannes, der zum ersten Mal die Symptome der Parkinson-Krankheit beschrieben hat: der englische Arzt James Parkinson.

James Parkinson wurde 1755 in Hoxton Square, London, geboren. Sein Vater John Parkinson war Apotheker und Chirurg mit eigener Praxis, in der auch sein Sohn James bereits während seiner Studienzeit arbeitete. Mit 21 begann James Parkinson sein Medizinstudium am London-Hospital, das er 1784 abschloss. Nach dem Abschluss verließ er seine Studienstätte und arbeitete in der Praxis seines Vaters, die er nach dessen Tod auch übernahm. Parkinson war Mitglied des Royal College of Surgeons und besuchte weiterhin Vorlesungen, u.a. bei John Hunter, einem der berühmtesten Chirurgen der damaligen Zeit. Die Mitschriften der Vorlesungen aus dieser Zeit veröffentlichte Parkinsons Sohn John, eines der sechs Kinder Parkinsons, im Jahr 1833, einige Jahre nach dem Tod seines Vaters.
 

Neben seiner Arbeit als Arzt, setzte Parkinson sich auch für die damalige Unterschicht ein. Er veröffentlichte 1799 einen Aufsatz mit dem Titel „Medizinische Warnungen“; in diesem schrieb er eine Reihe von Anregungen und Forderungen für eine bessere allgemeine Gesundheitsversorgung nieder. Zusätzlich baute er, im Laufe seiner Tätigkeit als Arzt, mehrere Krankenstationen im Arbeitshaus der Shoreditch Church auf, darunter auch eine psychiatrische. 1811 plädierte er schriftlich für eine bessere Überwachung, humanere Zustände und den gesetzlichen Schutz von Patienten, Angehörigen und behandelnden Ärzten in den „Irrenhäusern“ der damaligen Zeit.
 

Parkinson kritisierte nicht nur die damalige Medizin, auch politisch war er ein Querdenker. Als Kritiker der damaligen Pitt-Regierung und Sympathisant der Französischen Revolution verfasste Parkinson unter dem Pseudonym „Old Hubert“ einige antiroyalistische Schriften und war in zwei kritischen politischen Vereinigungen tätig – der „Society for Constitutional Information“ und der „London Corresponding Society United for the Reform of Parliamentary Representation“.
 

Auch Parkinsons übrige Interessen waren breit gefächert: bereits früh beschäftigte er sich mit den Naturwissenschaften Chemie, Geologie und Paläontologie. Er besaß zudem eine große Mineralien- und Fossiliensammlung. Zu einigen naturwissenschaftlichen Themen veröffentlichte er auch Bücher, wie etwa das „Taschenbuch der Chemie“ oder sein dreiteiliges Werk „Organic Remains of a Former World“, welches er von 1804 bis 1811 verfasste. Für diesen Dreiteiler fertigte Parkinson sogar die Zeichnungen selbst an; noch heute gilt „Organic Remains of a Former World“ als eines der wichtigsten Werke für die Entwicklung der englischen Paläontologie. 1797 war Parkinson Mitgründer der Geologischen Gesellschaft von London.
 

Im Laufe der Jahre publizierte er auch mehrere Bücher zu medizinischen Themen, darunter eine Abhandlung über Gicht (1805) und einen Artikel über die Risiken der Blinddarmentzündung und der Blinddarmperforation (1812). Sein bekanntestes Werk schrieb Parkinson jedoch erst 1817 – „An Essay on the Shaking Palsy“ – die Abhandlung über die Schüttellähmung. Obwohl in dem relativ dünnen Buch nur über sechs Fälle berichtet wird, von denen lediglich drei bei Parkinson selbst Patienten waren, beschreibt er die Symptome der „Schüttellähmung“, welche hauptsächlich ältere Menschen betrifft, sehr genau:
 

„Unwillkürliche, zittrige Bewegung mit herabgesetzter Muskelkraft in untätigen Gliedern, sogar wenn gestützt; Neigung, den Rumpf vorzubeugen und aus dem Gehen in einen Laufschritt zu verfallen. Sinne und Intellekt bleiben unbeeinträchtigt.“
 

Parkinson gab dem von ihm beschriebenen Krankheitsbild den Namen „Schüttellähmung“ aufgrund des besonders auffälligen Symptoms des Ruhetremors.
 

Wie es oft der Fall bei Wissenschaftlern ist, bekam auch James Parkinson zu Lebzeiten nur wenig Anerkennung. Die Namensänderung von „Schüttellähmung“ auf Parkinson-Krankheit etablierte sich erst 1884, also 60 Jahre nach Parkinsons Tod. Der französische Neurologe Jean-Martin Charcot (1825-1893) stellte seinen Studenten damals „An Essay on the Shaking Palsy“ vor und nannte die Krankheit „Maladie de Parkinson“ (frz. für „Parkinson-Krankheit“).
 

Heute ist James Parkinson, als Entdecker der Parkinson-Krankheit, weitaus bekannter als zu seiner Zeit und der 11. April, der 1997 von der Europäischen Parkinsonvereinigung (EPDA) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Welt-Parkinson-Tag ausgerufen wurde, erinnert jährlich an ihn.
 

11.04.2019

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