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FAQ

Am Tremipen® befindet sich nur ein runder schwarzer Knopf in der Mitte des Gerätes. Dieser ist der Einschaltknopf. Um den Tremipen® einzuschalten, wird der Einschaltknopf kurz gedrückt; ein langes Drücken ist nicht notwendig. Sobald die Messung fertig ist und die Ergebnisse angezeigt werden, kann der Einschaltknopf dazu verwendet werden, um zwischen den Ergebnissen (mG-Wert und Hz-Wert) hin und her zu wechseln.
Der Wert in mG gibt die Tremoramplitude (Stärke des Zitterns) an und der Wert in Hz die Tremorfrequenz (Schnelligkeit des Zitterns). Nach einer Messung schaltet der Tremipen® sich nach ca. 10 Sekunden wieder automatisch aus.

Der Messprozess des Tremipen® ist denkbar einfach und schnell durchgeführt: Inklusive Vorbereitungszeit liegt die Gesamtdauer bei rund 40 Sekunden. Um den Tremipen® einzuschalten, wird der Einschaltknopf kurz gedrückt. Die 5-sekündige Vorbereitungszeit beginnt und danach startet der Messprozess. Der Messprozess selbst dauert nur 30 Sekunden. Sobald der Messprozess beendet ist, werden die Ergebnisse am Display angezeigt.

Die Bedienung des Tremipen® ist einfach und fast identisch zu der eines Fieberthermometers. Eine Messung ist auch ohne medizinisches Fachwissen durchführbar. Um den Tremipen® einzuschalten, wird der Einschaltknopf kurz gedrückt. Ist der Tremipen® eingeschaltet, hat man 5 Sekunden Vorbereitungszeit, um sich in Position zu bringen. Die Positionen, in denen gemessen werden kann, hängen von der jeweiligen Tremor-Art ab. In jedem Fall müssen die Finger aber in den Griffmulden liegen.

Nach den 5 Sekunden Vorbereitungszeit ertönt ein Piep-Ton und die Messung beginnt. Für die nächsten 30 Sekunden hält man das Gerät locker wie einen Schreibstift in der Hand. Aktive Bewegungen müssen vermieden werden. Nach den 30 Sekunden Messzeit, die von sich bewegenden Pfeilen am Display begleitet wird, ertönt ein weiterer Piep-Ton und die Messung ist beendet.

Das Display zeigt die Messwerte sofort an. Der erste angezeigte Wert ist der für die Tremoramplitude (Stärke des Zitterns) in mG, der zweite Wert ist der für die Tremorfrequenz (Schnelligkeit des Zitterns) in Hz. Mit dem Einschaltknopf kann zwischen den beiden Werten hin und hergeschalten werden.

Diese Werte können auch für die objektive Therapie-Überwachung des Tremors aufgezeichnet werden, damit behandelnde Ärzte objektive Rückmeldungen von ihren PatientInnen bekommen, wie sich der Tremor zwischen zwei Terminen verhalten hat. Nach der Messung schaltet sich der Tremipen® nach ca. 10 Sekunden automatisch aus.

Die Uhrzeiten, zu denen Messungen mit dem Tremipen® durchgeführt werden, können individuell, und auch mit den behandelnden Ärzten abgestimmt, gewählt werden. Mögliche Uhrzeiten, die in Frage kommen sind z.B. am Morgen nach dem Aufstehen, am Abend vor dem Schlafen gehen, kurz vor der Einnahme einer Medikation oder nach der Einnahme der Medikation, sobald diese zu wirken begonnen hat. Die Zeit, die ein Medikament benötigt, um seine Wirkung zu zeigen, kann je nach Medikamententyp unterschiedlich ausfallen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wann Ihre Medikation den Wirkbeginn hat, wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt.
Wird der Tremipen® zum Therapie-Monitoring eingesetzt, ist es wichtig, dass möglichst immer zur selben Uhrzeit gemessen wird, damit der Verlauf des Tremors besser dokumentiert werden kann. Wird immer zur selben Zeit gemessen, so sind die Ergebnisse auch besser miteinander vergleichbar.

Der Tremipen® misst die Merkmale des Zitterns in den Händen. Aus physikalischer Sicht betrachtet ist dieses Zittern eine Abfolge von Beschleunigungen im zwei- und dreidimensionalen Raum. Der Tremipen® erfasst die Beschleunigungen und ermittelt, wie schnell und wie stark sich das Zittern manifestiert hat. Somit misst er einerseits die Stärke des Zitterns (Tremoramplitude), andererseits die Schnelligkeit des Zitterns (Tremorfrequenz). Diese beiden Werte sind wichtig für die Tremorquantifizierung. Die Schnelligkeit des Tremors kann einen Hinweis auf die zugrundeliegende Erkrankung geben, denn verschiedene Tremor-Erkrankungen bilden unterschiedlich schnelle Tremores aus – d.h. Patienten mit Parkinson-Tremor zittern im Durchschnitt langsamer, als Patienten mit Essentiellem Tremor. Mehr Informationen zur den unterschiedlichen Tremorfrequenzen finden Sie hier

Für die Messwerte des Tremipen® möchten wir insgesamt zwei Referenzwerte zur Verfügung stellen, die auf wissenschaftlichen Daten beruhen: Das durchschnittliche Zittern von gesunden Menschen liegt bei rund 3mG. 1G beschreibt die Erdbeschleunigung. Ein Tremor ist physikalisch gesehen nichts anderes als ein Ablauf von Beschleunigungen und da der Sensor im Tremipen® diese Beschleunigungen erfasst, wird mG als Einheit verwendet. Je stärker der Tremor, desto höher der mG Wert und umgekehrt.

Für die mG Einheit des Tremipen® liegen Vergleichstabellen vor, die die ungefähren Bereiche des Tremorschweregrades definieren. Diese Vergleichstabellen wurden für die UPDRS und die TETRAS Beurteilung aus den Daten der eigenen klinischen Studie erstellt. Diese Vergleichstabellen finden Sie unter Messwertanalyse. Sie können auch unter Downloads heruntergeladen werden. Die Frequenz des Tremors, die der Tremipen® erfasst, wird in Hz angegeben. Die Frequenz zeigt die Schnelligkeit des Zitterns und ist ein wichtiger Parameter, um Hinweise auf die mögliche Ursache des Tremors zu erhalten. Unterschiedliche Tremorerkrankungen bilden nämlich unterschiedliche Frequenzen, d.h. unterschiedlich schnelles Zittern, aus. Die Frequenztabelle finden Sie ebenfalls unter Messwertanalyse und zum Herunterladen unter Downloads.

Aussagekräftige Daten bekommt man mit dem Tremipen® bereits bei der ersten Messung: er ermittelt objektiv Tremoramplitude und Tremorfrequenz und zeigt die Werte am Display nach einer Messung sofort an. Um eine Therapie zu überwachen und eine Verlaufskurve des Tremors zu erstellen, muss der Tremor mehrmals, in regelmäßigen Abständen, gemessen werden. Wenn Messungen miteinander verglichen werden sollen, sollten sie immer zur gleichen Tageszeit durchgeführt werden. Die Messintervalle können individuell und auch mit den behandelnden Ärzten abgestimmt werden.

Messungen zur Überprüfung einer medikamentösen Therapie werden idealerweise zweimal täglich durchgeführt, einmal vor der Medikamenteneinnahme und einmal nachdem die Wirkung eingesetzt hat. Wann die Wirkung eines Medikamentes eintritt, ist vom Medikamententyp abhängig. Ebenfalls möglich für das Therapie-Monitoring ist eine Messung pro Tag, solange die Uhrzeit der Messung jeden Tag gleich gewählt wird. Eine weitere Variante ist jeden Monat an drei Tagen hintereinander zweimal täglich den Tremor zu messen. Nicht nur medikamentöse Therapien können mit dem Tremipen® überprüft werden, es ist auch möglich die Wirksamkeit anderer Therapie-Ansätze zu überprüfen.

Der Tremipen® wurde dafür entwickelt, den menschlichen Tremor in den Händen zu messen. Tremor kann vielfältige Ursachen haben und ist oftmals Symptom einer dahinterstehenden Erkrankung. Die beiden bekanntesten Erkrankungen, bei denen Tremor als Symptom auftritt, sind die Parkinson-Krankheit und der viel häufiger vorkommende, aber weniger bekannte, Essentielle Tremor. Der Tremipen® kann jedoch nicht nur bei diesen beiden Erkrankungen eingesetzt werden, generell ist es möglich mit dem Tremipen® alle Arten von Tremor zu vermessen und zu überwachen. Der Tremipen® eignet sich insbesondere für ein Therapie-Monitoring bei Tremor-Erkrankungen. Durch regelmäßige Messungen kann aufgezeigt werden, wie sich eine Therapie (sowohl medikamentöse als auch alternative Ansätze) auf den Tremor auswirkt. Mehr zu verschiedenen Therapiemöglichkeiten bei Tremor finden Sie hier

Je nach Erkrankung und Tremor-Art gibt es mehrere standardisierte Positionen für die Messung mit dem Tremipen®. Generell sollte in einer Position gemessen werden, in der der Tremor präsent ist. Um Messwerte besser vergleichen zu können, sollte auch immer in derselben Position gemessen werden.

Für die Parkinson-Krankheit ist für die Messung die Ruhetremorposition üblich, da der Tremor bei Parkinson häufig auftritt, wenn die Hände ruhen. Um eine Messung für den Ruhetremor durchzuführen, werden die Hände auf den Schoß oder auf Armlehnen eines Stuhls gelegt. Der Tremipen® wird locker in der Hand gehalten.

Beim Essentiellem Tremor ist die Haltetremorposition üblich, da das Zittern bei dieser Tremor-Art oft auftritt, wenn die Hände bewegt werden. Für die Messung des Haltetremors werden die Arme gerade nach vorne ausgestreckt und die Finger der Hand, die den Tremipen® nicht hält, von der Handfläche weggestreckt. Welche Position die passende für Messungen mit dem Tremipen® ist, kann auch mit behandelnden Ärzten geklärt werden.

Der Tremipen® wird grundsätzlich wie ein normaler Stift gehalten. Daumen und Zeigefinger liegen in den Griffmulden, der Mittelfinger stützt den Tremipen® von unten. Die Seite mit der Batterieabdeckung liegt am Handrücken auf. Dadurch ist es möglich, den Tremipen® möglichst locker zu halten. Dies ist wichtig, damit kein physiologischer Tremor den eigentlichen Tremor überlappen kann. Für die Messung wird die Hand, bei der der Tremor dominanter ausgeprägt ist, gewählt. Es können auch beide Hände, mittels zwei Messungen, vermessen werden. Welche Seite vermessen werden soll, kann auch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Der Tremipen® funktioniert mit einer handelsüblichen AAA Batterie als Energielieferant. Tremitas empfiehlt die Marke VARTA Industrial, da alle Funktionalitäten des Tremipen® ausschließlich mit diesem Batterietyp getestet wurden.

Wenn eine Batterie gewechselt werden muss, weil ihr Energiestand sich dem Ende zuneigt, erscheint am Display des Tremipen® ein Batterie-Symbol. Für den Batteriewechsel wird die Abdeckung des Batteriefaches heruntergenommen, die neue Batterie eingesetzt und der Batteriedeckel wieder geschlossen. Wichtig ist, bei einem Batteriewechsel auf die Verpolrichtung zu achten; wird sie falsch eingelegt, kann der Tremipen® nicht arbeiten. Achten Sie darauf, leere Batterien ordnungsgemäß zu entsorgen.

Bei regelmäßiger Verwendung des Tremipen®, mit 2 Messungen pro Tag, hält eine Batterie in etwa 6 Monate. Diese Angaben gelten für die von Tremitas empfohlene VARTA Industrial Batterie. Wenn der Tremipen® öfters verwendet wird, z.B. in Kliniken oder Arztpraxen, kann sich die Lebensdauer der Batterie verringern.

Wichtig ist, die Batterie, nach dem ersten Einsetzen, im Tremipen® zu belassen, bis diese leer ist. Der Tremipen® verfügt über eine interne Übergangsstromversorgung, auf die zurückgegriffen wird, wenn die Batterie nicht eingesetzt ist. Diese wird benötigt, um auch im Fall des Batteriewechsels zu garantieren, dass die vom Tremipen® intern gespeicherten Messergebnisse nicht verloren gehen.

Inklusive eingesetzter Batterie wiegt der Tremipen® ca. 30 Gramm. Durch sein leichtes Eigengewicht sind präziseste Messungen garantiert: der Tremor wird nicht durch überflüssiges Gewicht verfälscht und kann von den Sensoren im Inneren des Gerätes genau gemessen werden. Würde ein zu schweres Gerät zur Tremormessung verwendet werden, kann der eigentliche Tremor von einem physiologischen Zittern überlagert werden, das die Messergebnisse verfälschen kann. Ein physiologisches Zittern entsteht, weil die Muskeln überlastet werden: wenn man einen sehr schweren Gegenstand mit gestrecktem Arm von sich weghält, wird bei den meisten Menschen bald ein sogenannter Haltetremor auftreten – die Muskeln fangen an zu zittern, weil die Last zu schwer ist.

Die Lebensdauer des Tremipen® beträgt 8 Jahre ab Kaufdatum. Die Lebensdauer ist nicht an die Herstellergarantie gebunden, diese beträgt 2 Jahre ab Kaufdatum. Im Tremipen® werden präzise elektronische Bauteile und feinfühlige Sensoren verwendet. Die Sensoren erfassen das Zittern, die Werte für die Stärke und die Schnelligkeit des Tremors werden von der Elektronik ausgewertet. Der Tremipen® ist ein Stand-Alone-Device, das bedeutet er benötigt keine anderen Geräte oder Computerprogramme für die Messung oder Auswertung. Dadurch und auch wegen seines leichten Gewichtes, der handlichen Form und seiner einfachen Bedienbarkeit kann der Tremipen® auch mobil für Messungen eingesetzt werden.

Bis auf den Tausch der Batterie fallen keine laufenden Wartungskosten für den Tremipen® an. Laut internationalen Richtlinien muss der Tremipen®, als Medizinprodukt, jedoch alle 2 Jahre auf seine Funktionalität überprüft werden. Dies ist für Medizinprodukte deswegen verpflichtend, um eventuelle Ungenauigkeiten, aufgrund von Bauteilalterung oder ähnlichem, festzustellen. Diesen Wartungsservice bietet Tremitas an. Die Wartung ist nicht im Kaufpreis des Tremipen® inkludiert und wird separat verrechnet.

Nutzer sollten ihren Tremipen® jedoch regelmäßig reinigen und desinfizieren, um der Bildung von Bakterien oder anderen Mikroorganismen vorzubeugen. Wenn mehrere Nutzer denselben Tremipen® nutzen, ist es besonders wichtig, dass dieser vor jedem neuen Anwender desinfiziert wird. Für die Reinigung empfiehlt Tremitas entweder ein mildes basisches Reinigungsmittel (z.B. Seife, Spülmittel) oder medizinischen Alkohol (z.B. Isopropanol, max. 70%). Wichtig bei der Reinigung ist, dass Sie den Tremipen® niemals ins Reinigungsmittel eintauchen, sondern die Oberfläche lediglich mit einem befeuchteten Tuch abwischen. Wischen Sie den Tremipen® danach sofort trocken, um zu verhindern, dass Flüssigkeiten ins Innere des Gerätes gelangen.

Ja, der Tremipen® kann auch einen Tremor erfassen, der als unsichtbar bezeichnet werden kann. Grundsätzlich ist das menschliche Auge gut dafür ausgelegt, schnelle Änderungen im Sichtfeld des Auges wahrzunehmen. Auch der Tremor ist nichts anderes, als eine Abfolge von schnellen Bewegungen und Änderungen. Wenn die Stärke des Tremors aber zu gering wird, ist das menschliche Auge nicht mehr in der Lage diese Bewegungen zu erfassen.

Auf den ersten Blick scheint das kein Problem darzustellen: Wenn der Tremor so gering ist, dass man ihn nicht sehen kann, dann kann er auch nicht schlimm sein. Diese Aussage ist richtig, wenn jemand bereits mit einer Tremorerkrankung diagnostiziert wurde und das Zittern deshalb gering ausfällt, weil die Medikamente eine gute Wirksamkeit zeigen. Wenn aber noch keine Krankheit diagnostiziert wurde, dann kann der unsichtbare Tremor ein früher Hinweis auf eine Krankheit sein. Beim Morbus Parkinson entsteht ein starker Tremor nicht sofort: er beginnt im (für das menschliche Auge) unsichtbaren Bereich und wird mit der Zeit immer stärker. Die typischen Frequenzen des Tremors sind manchmal aber auch dann schon ausgeprägt, wenn die Stärke des Tremors noch sehr gering ist.

Die Tremorfrequenz, die ein Indikator für einen Diagnoseprozess ist, kann mit dem Tremipen® auch dann schon ermittelt werden, wenn mit menschlichem Auge kein Zittern entdeckt wird. Der Tremipen® verfügt über eine feine Sensorik, die auch in der Lage ist einen Tremor zu erfassen, welcher vom menschlichen Auge normalerweise nicht mehr erfasst werden kann. Diese Sensortechnologie wurde seit Jahrzehnten dafür entwickelt, kleine Bewegungen und Änderungen wahrzunehmen. Während das menschliche Auge viele verschiedene Dinge erkennen muss, ist der Sensor des Tremipen® exakt auf den Tremor abgestimmt.

Die häufigste Methode, um Tremor einzuschätzen, ist das Beobachten des Zitterns durch einen geschulten Neurologen. Dieser sieht sich die Hände seiner PatientInnen während des Termins an und stuft die Stärke des Zitterns ein. Ebenfalls werden EMG (Elektromyographie) oder EMG-Accelerometer verwendet werden, um Tremor objektiv zu erfassen. Diese großen stationären Geräte stehen aber nur in Kliniken und spezialisierten Arztpraxen zur Verfügung und werden aufgrund des zeitlichen Aufwands nur selten genutzt. Für eine Messung mittels EMG-Accelerometer müssen PatientInnen verkabelt werden, die Messung muss durch geschultes Personal überwacht und anschließend ausgewertet werden. Eine solche Messung, inklusive Vorbereitung und Auswertung, kann bis zu zwei Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

Bei der subjektiven Tremorerfassung wird ein Tremor von einem Menschen, ohne zusätzliche Messgeräte, eingeschätzt. Tremor-Betroffene beobachten sich selbst in der Zeit zwischen ihren Arztterminen und beschreiben ihren Ärzten dann, wie sich ihr Tremor verhalten hat. Auch wird der Tremor, anhand eines Blickes auf das Zittern, von fachkundigen Medizinern eingeschätzt und die Stärke meist anhand einer Skala bewertet. Die beiden Skalen, die am häufigsten verwendet werden, um die Tremorstärke zu beschreiben, sind die TETRAS (The Essential Tremor Rating Assessment Scale) und die UPDRS (Unified Parkinson's Disease Rating Scale). Bei diesen Skalen wird die Tremorstärke anhand von Zahlenwerten (0-4) eingeteilt (0 bedeutet z.B. „kein Tremor“, 4 hingegen „stark ausgeprägt“). Mehr Informationen zu diesen Skalen und wie die Messwerte des Tremipen® diesen zugeteilt werden können, finden Sie hier

Bei der objektiven Tremorerfassung wird der Tremor mit Messgeräten erfasst. Stärke und Frequenz werden von Sensoren gemessen und können eindeutig bestimmt werden. Ein solches Messgerät zur objektiven Tremorerfassung ist der Tremipen®, der dazu noch so einfach zu verwenden ist wie ein Fieberthermometer und nur 30 Sekunden für eine Messung benötigt.

Internationale Organisationen wie die „International Parkinson and Movement Disorder Society“ (MDS) stellen ganz klar fest, dass die objektive Erfassung von Symptomen bei Erkrankungen wie Parkinson, zu denen auch der Tremor gehört, nicht nur möglich, sondern auch dringend notwendig ist. Eine objektive Verlaufskurve einer Erkrankung zu erstellen ist wichtig, um die erforderliche Therapie, die die Symptome lindern soll, optimal und individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen PatientInnen anzupassen.

Regelmäßige Messungen des Tremors mit dem Tremipen® geben durch die objektiven Daten ein gutes Bild, wie sich der Tremor verhält und entwickelt. Auch geben die Messwerte Rückmeldung darüber, ob der gewählte Therapie-Ansatz Wirkung zeigt. Sowohl medikamentöse als auch alternative Therapie-Ansätze können mit dem Tremipen® überprüft werden. In Diagnosestraßen können die Messwerte zur Tremorfrequenz und -amplitude Ärzte unterstützen, denn unterschiedliche Tremorerkrankungen können unterschiedliche Merkmale aufweisen. Im Jahr 1998 wurde eine Tabelle, bei der die häufigen Frequenzen der verschiedenen Tremorerkrankungen angeführt sind, veröffentlicht. Diese Tabelle finden Sie hier

Da der Tremipen® ein Medizinprodukt ist, müssen Wirksamkeit und Sicherheit durch klinische Studien und wissenschaftliche Fachliteratur nachgewiesen sein. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2016 eine Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz in Österreich angesetzt, um die Technologie des Tremipen® zu erproben.

Diese Studie stellte keine beliebige Studie dar, sondern eine strikt regulierte Medizinproduktestudie. Dies bedeutet, dass vor Beginn der Studie sowohl die örtliche Ethikkommission, als auch das Österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen zustimmen mussten, dass die Studie durchgeführt werden kann. In einem mehrmonatigen Verfahren wurden Patientinnen und Patienten mit Tremorerkrankungen (Morbus Parkinson und Essentieller Tremor) eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

Das Zittern der Teilnehmer wurde sowohl durch geschulte Neurologen eingeschätzt, als auch durch das damalige Tremitas System erfasst, welches die Technologie des Tremipen® nutzte. Die Beobachtungen durch die Neurologen und die Messungen mit dem Tremitas System fanden immer zeitgleich statt, damit ein direkter Vergleich stattfinden konnte. Während einer Messreihe wurde das Zittern in unterschiedlichen Positionen erfasst. Manchmal mussten die Studienteilnehmer ihre Hände ausstrecken, manchmal ruhig auf den Schoß legen. In manchen Fällen mussten sogar einfache Sätze geschrieben und Linien gezeichnet werden.

Es gab insgesamt zwei wissenschaftliche Fragestellungen, die positiv beantwortet werden konnten:

Die erste Fragestellung lautete, ob es mit der Tremitas Technologie möglich ist, das Zittern objektiv zu erfassen. In Fachkreisen spricht man bei der Fragestellung davon, ob eine Korrelation zu einem Goldstandard vorliegt. Bei dieser Methode war die ärztliche Einschätzung des Zitterns die Referenz, mit der die gemessenen Tremordaten verglichen wurden. Die Ärzte waren daher der Goldstandard. Die ärztlichen Einschätzungen wurden mit den Messdaten der Tremipen® Technologie verglichen. Die Ergebnisse waren signifikant, d.h. dass sich die Messergebnisse des Tremipen® mit den Einschätzungen der Ärzte gedeckt haben.

Die zweite Fragestellung lautete, ob es mittels Tremitas Technologie möglich ist, die Medikamentenwirksamkeit nachzuweisen. Hier wurden Messungen vor der Medikamenteneinnahme und nach der Medikamenteneinnahme durchgeführt. Für diese Fragestellung konnte ebenfalls eine Signifikanz nachgewiesen werden.

Die Zusammenfassung der klinischen Studie finden Sie hier